Mein Weg stadtauswärts

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    Geboren und aufgewachsen bin ich in der wunderschönen Lüneburger Heide und lebe seit frühester Kindheit in enger Verbundenheit mit der natürlichen Welt. So begleiteten mich zahlreiche Tiercharaktere durchs Leben – flatterhafte Hühner, Katzen, die uns auf Spaziergänge begleiteten, treue Hundefreunde, scheue Schafe und ganz schön wilde Ponies. Da ich in einer Zeit ohne Mobiltelefon und Internet heranwuchs, verbrachten wir Kinder die Nachmittage mit unseren zwei- bis vierbeinigen Freunden, auf und unter Bäumen und badeten fortwährend in ihrer wohltuenden Anwesenheit. Ein unschätzbarer Wert, der mir erst viel später bewusst wurde.

    Als junge Erwachsene zog es mich nämlich zunächst in die Stadt. Ich liebte das Großstadttreiben, denn es bot mir unzählige Möglichkeiten, mich inspirieren zu lassen und unterschiedlichste Lebensstile auszuprobieren. Und dennoch wuchs in diesen Jahren heran, was längst tief in mir wohnte: das klare Bewusstsein, dass ich trotz – oder gerade wegen – der zahllosen Zerstreuungen mein Leben nicht in seiner Fülle lebte. Ich sehnte mich nach einem Leben im Einklang mit den Jahreszeiten, der Ruhe und Weite der Natur…

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    Mein Hund als Lehrmeister

    Als mein Hund Rocko in meine Berliner Zwei-Zimmer-Wohnung zog, war der Grundstein für meinen grundsätzlichen „Lebens-Wandel“ gelegt. Er fand in der Phase großer Natursehnsucht zu mir und lehrte mich, wie gut und wichtig es ist, seine Bedürfnisse zu kennen und ihrem Ruf zu folgen. Mit seinen eigenen hielt er mich fortan ziemlich auf Trab: Er wollte regelmäßig fressen, in den Park, mit Artgenossen toben, auf dem Sofa kuscheln, Bücher zerlegen, seine Ruhe haben… Und all das vermittelte er mir ohne ein einziges Wort, einfach durch seine Art, zu sein. Für mich war das umso erstaunlicher, als ich einen Großteil meines bisherigen beruflichen Lebens der menschlichen Kommunikation gewidmet hatte, die zwar wesentlich wortreicher, oft aber auch viel weniger klar und eindeutig war.

    Auf wilden Pfoten öffnete mein rumänischer Rabauke mir das Herz zu einer Welt, die ich aus Kindertagen längst kannte – in der Mensch, Tier und Natur ganz leicht in Beziehung treten und miteinander sprechen, auskommen, sein können. Und so begann unser neues Leben, das bis heute von dieser Verbindung geprägt ist. Unser Band wurde fortan zu einem wesentlichen Wegweiser und seine Bedürfnisse zum Spiegel meiner eigenen. So beobachtete ich, dass nicht nur er unsere Streifzüge durch Wälder, Wiesen und Heide genoss. Ich spürte dort, was ich so schmerzlich vermisst hatte: Ruhe, Weite, Verbundenheit, Fülle, Glück. Und so führte unser Weg schließlich stadtauswärts…

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    Heilsame „Re-Naturierung“

    Nach mehr als zehn Großstadtjahren lebe ich nun seit 2016 wieder in meiner Heimat im Naturpark Lüneburger Heide. Heute weiß ich den Luxus, in die Welt der Pflanzen und Tiere eingebunden zu sein, mehr zu schätzen denn je. Der Kontakt mit ihnen schenkt mir kostbare Ausgeglichenheit, Klarheit, Lebensfreude, neue Perspektiven und noch so vieles mehr – auch und gerade in Zeiten, in denen sich das Leben stürmisch zeigt.

    Und so wuchs der Wunsch in mir, mehr über die förderliche Kraft der Natur zu erfahren, um sie auch anderen Menschen nahezubringen. Etwa zeitgleich entdeckte ich die Kunst der Achtsamkeit, die seither mein Leben vertieft und um unzählige Facetten bereichert. Dank der Verbindung aus beidem – dem achtsamen Natur- und Tierkontakt – fühle ich mich seither in mir selbst und in der Welt verwurzelt und gleichzeitig klarer, gelassener und mitfühlender. Hinzu kam eine Reihe zertifizierter Aus- und Weiterbildungen, die mich auf einen stimmigen Weg der ganzheitlichen Förderung geleitet haben, auf dem ich seither auch meine Klientinnen und Klienten begleiten darf.